Ein kleiner Reisebericht über Banshmans große Reise nach Griechenland. Viel Spaß beim lesen
Am 10. Mai begann unsere Abenteuerreise nach Griechenland auf den Peleponnes. Wir hatten schon von Deutschland aus die Route geplant und Übernachtungsmöglichkeiten ausgesucht.
Früh um 07.00 Uhr ging es los. Wir hatten uns vorgenommen, nur so weit zu fahren, wie wir gerade Lust hatten. Unser erstes Ziel sollte ein Campingplatz am Main sein. Der Platz war ein Traum und wir konnten unser Zelt direkt am Fluss aufschlagen.

Am nächsten Tag ging es gemächlich weiter nach Österreich. Dort hatten wir ein kleines, günstiges Appartement bei einer sehr netten Bergbauern-Familie direkt am Brenner gebucht. Banshee liebt Berge und genoss das Gassi-Gekraxel sichtlich.
Am nächsten Tag mussten wir sehr früh raus, da wir um 13.30 die Fähre nach Patras erwischen wollten. Da hieß es, um 04.00 Uhr aufzustehen.
Alles klappte super und wir kamen ohne Stress pünktlich an der Fähre an.
Das Schiff war riesig und glich von seiner Ausstattung mit Bars, Restaurants und Pool eher einem Kreuzfahrtschiff, als einer Fähre.
Wir hatten eine Hundekabine gebucht, so dass Banshee mit in die Cabin durfte. Er fand das sanfte Schaukeln des Schiffes ausgesprochen einschläfernd und genoss die Seereise sichtlich.
Spannend wurde es erstmals, als er seine Gassi-Runde ankündigte. Es war zwar im Prospekt ein Löseplatz angegeben.

Dieser erzeugte aber herzliche Heiterkeit bei Carsten und mir und absoluten Widerwillen bei Banshee. Er nahm einfach das große Klo, was auch kein Problem war. Ein Teil des Oberdecks war ohnehin für Hunde vorgesehen und wurde dementsprechend gereinigt.
In Griechenland angekommen, ging es schnurstracks zu unserem gemieteten Häuschen. Der kleine Fischerort Korfos liegt direkt gegenüber von Athen und ist um diese Jahreszeit noch recht ruhig.
In der ersten Woche unseres Aufenthaltes waren wir die einzigen Touristen.
In Griechenland selbst haben wir ein paar Sehenswürdigkeiten besucht, vorwiegend waren wir aber wandern.
Leider konnten wir Banshee zu den Besichtigungen nicht mitnehmen. Für ihn waren diese Ausflüge eine willkommene Gelegenheit, allein im Haus zu bleiben und ein ausgiebiges und vor allem kühles Schläfchen zu machen, denn wir hatten zwischenzeitlich schon bis zu 38 Grad.
Die Griechen und besonders die Kinder reagierten ausgesprochen positiv auf unseren Hund. Er durfte mit an den Strand und ins Wasser. Auch sonst waren die Menschen an so einem langhaarigen, schwarzen Riesen recht interessiert. Diese Art Hund ist in Griechenland wohl nicht sehr geläufig. Daher wurden wir oft angesprochen und stets überall neugierig beäugt.
Die Dorfkinder kamen jedes Mal mit dem Schlachtruf „glykkouliko skylaki mou“ angerannt, was so viel heißt wie „mein süßes Hündchen“. (Griechen mögen mir meinen sprachlichen Dilettantismus verzeihen)
Banshee nahm es gelassen.

Auch waren wir zwei Tage auf zwei CACIB-Schauen in Athen. Dieses war eine hochinteressante Erfahrung. Die Ausstellungen fanden auf einem überaus gepflegten Hundeplatz! mit Golfplatzrasen statt.
Die beliebtesten und meistvertretenen Rassen waren Rottweiler, Dobermann, Boxer und deutsche Schäferhunde, je griffiger je besser. Viele der Hunde waren in Deutschland gezüchtet und nach Griechenland importiert worden. Es gibt aber auch griechische Züchter. Einer davon erklärte mir, dass die Hunde nur mit deutschen Befehlen wie Sitz, Platz, Fuß etc. ausgebildet werden.
Am ersten Tag der Schau war man allgemein noch etwas zurückhaltend, beäugte uns drei Großen aus dem Norden aber durchaus neugierig. Der Hovawart ist in Griechenland auch bei Hundeliebhabern nicht wirklich bekannt. Viele kennen aber von Auslandsaufenthalten, Büchern o.ä. schwarzmarkene Hovis. Am zweiten Tag entwickelte sich dann sehr schnell das eine oder andere Gespräch über die Rasse allgemein, über Banshees Ausbildung und natürlich die Frage, wozu man den Hovawart als Gebrauchshund am besten einsetzen könne.

Am Ende fuhren wir mit 2 x V1, 2 x CACIB, 2 x BOB und 2 x Ehrenring wieder Heim. (Ein irischer, ein polnischer Richter)
Es ist für einen Hovi-Besitzer ein tolles Gefühl, wenn man in den Lautsprechern angesagt wird und die Leute anerkennend gucken und klatschen, wenn man in den Ehrenring läuft. In Deutschland ist das ja eher eine Strafe, dort laufen zu müssen.
Unser Balkon war Banshees ganz eigenes Reich. Katzen, Hühner und Möwen wurden in Schach gehalten. Abends bekam er, zusätzlich zum handelsüblichen Spot-On Präparat und einem kräftigen Sprüher aus der Citronella-Flasche noch ein Bettlaken gegen die Mücken umgehängt. Dann sauste er wie ein kleines Nachtgespenst auf dem Balkon hin und her.

Citronella ist ein ätherisches Öl vom Zitronengras, ein natürliches Insektenrepellent. Also Autan in Bio.
Leider geht die schönste Reise auch einmal zu Ende. Am 27.05. machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Patras zur Fähre nach Ancona. Die Rückfahrt war etwas stürmischer und das Schiff rollte ein bisschen. Da wir wieder eine Außenkabine gebucht hatten, konnten wir wunderbar die oft recht hohen Wellen auf dem Meer beobachten.
Von Ancona ging es wieder zurück nach Gries am Brenner.
Am nächsten Tag waren wir so fahrfreudig, dass wir nahezu 1000 km hinter uns brachten und zum Abkühlen noch zwei Tage Campen im Harz dranhängten.
Man kann sagen, dass das Ganze ein wirklich schönes Erlebnis und vor allem ein spannendes Abenteuer war, dass uns als Rudel noch viel mehr zusammen geschweißt hat.